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VÄTER DER KLAMOTTE

Den A... abfrieren oder verglühen im eigenen Saft? Eine Reise von Deutschland nach Tibet, die sowohl Wüsten- als auch Hochgebirgsklima umfasst, stellt besondere Anforderungen an die textile Motorradbekleidung.

Goretex-Kombi, Camelbag, Airbagrucksack, Carbon-Helm.


München - Lhasa, 12500 Kilometer mit dem Motorrad nach Tibet: In der Taklamakan-Wüste können dieTemperaturen extrem schwanken, von tagsüber 60°C bis zu nachts -30°C. Auf Höhen von 5000 Metern - wir steuern auf dieser Motorradtour beispielsweise das Everest Base Camp an - wird es extrem kalt. Nachts fallen die Temperaturen auf -20 Grad Celsius. Wenn man Wind und Schneefall hinzufügt, hat man für einen Motorradreisenden, extreme Winterbedingungen.  Eine Motorradtour mit solchen Klimaextremen, stellt den Reisenden bei der Wahl der richtigen Textilkombi vor eine schier unlösbare Aufgabe.



Die Klimamembran...

ist ein entscheidendes Element in Motorradkombis, das für Wasserdichtigkeit, Winddichtigkeit und Atmungsaktivität sorgt. Es gibt verschiedene Bauarten von Klimamembranen, die je nach Einsatzzweck und Anforderung der Motorradbekleidung verwendet werden. Hier sind die Hauptbauarten im Detail:


Gängige wasserdichte und atmungsaktive Motorrad-Textilkombis sind als Laminat- oder Z-Liner-Konstruktionen erhältlich. Beide haben spezifische Vor- und Nachteile, die verstanden werden müssen. Dafür gehen wir etwas in die Textilkunde. Aber egal, welche Motorradkombi zum Einsatz kommt - unabdingbar ist für den Motorradreisenden die Anwendung des Zwiebelschalen-Prinzips, auch bekannt als das Schichtsystem, ein bewährtes Konzept zur Anpassung der Bekleidung an unterschiedliche Wetterbedingungen und Aktivitäten.


Der Motorradreisende benötigt unabhängig davon - Erstens - eine Oberbekleidung, die maximal belüftet ist, um Überhitzung und Hitzeschlag zu vermeiden. Schwitz- und Feuchtigkeitsmanagement sind entscheidend, um Komfort zu gewährleisten und Dehydrierung vorzubeugen. Zweitens, muss die Bekleidung in der Lage sein in den grossen Höhen des Himalaya genügend Körperwärme zu halten, um Unterkühlung zu verhindern. Dies erfordert isolierende Schichten, die auch bei kaltem Wind und insbesondere bei Niederschlägen wirksam sind. Welche Motorradkombi ist sie richtige?



Es gibt verschiedene Bauarten von Klimamembranen, die je nach Einsatzzweck verwendet werden


Laminat oder Z-Liner?
  1. Beim Laminat-Prinzip ist die wasserdichte Membran Gore- oder Sympatex), direkt mit dem Aussenmaterial verbunden. Das bedeutet, dass die wasserdichte und atmungsaktive Membran fest mit dem äusseren Stoff laminiert ist, wodurch eine einheitliche Schicht entsteht.

  2. Ein Z-Liner ist ein spezielles Prinzip bei Motorradtextil-Kombis, das häufig in wasserdichten und atmungsaktiven Bekleidungen verwendet wird. Dabei wird eine Membran (z. B. aus Gore-Tex oder einer ähnlichen Technologie) zwischen das Aussenmaterial und das Innenfutter eingearbeitet. Die Membran ist nicht direkt mit dem Außenstoff verbunden, sondern "schwebt" quasi zwischen Aussenstoff und Innenfutter, was ihr den Namen "Z-Liner" verleiht.


Zwischenfazit: Die Wahl der richtigen Klimamembran-Bauart hängt von den individuellen Bedürfnissen und den geplanten Einsatzbedingungen ab. Laminat-Konstruktionen bieten höchste Performance und Komfort, sind jedoch teurer. Z-Liner-Konstruktionen bieten eine gute Balance und sind flexibler in der Handhabung, während herausnehmbare Membranen maximale Anpassungsfähigkeit bei extremen Klimawechseln ermöglichen.



DAS VERSPRECHEN

Die Held Atacama ist eine Motorradtextil-Kombi, die speziell für den Einsatz bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen entwickelt wurde. Für diese Art von Motorradbekleidung wird hochwertige Membrantechnologie verwendet - die GORE-TEX® Membran.



Die Held Atacama

Die Held Atacama verwendet das Laminat-Prinzip. Hierbei wird die GORE-TEX® Membran direkt mit dem Aussenmaterial verbunden. Das bedeutet, dass die wasserdichte und atmungsaktive Membran fest mit dem äusseren Stoff laminiert ist, wodurch eine einheitliche Schicht entsteht.



Vorteile Laminat-Prinzip

  1. Wasserdichtigkeit: Da die Membran fest mit dem Aussenmaterial verbunden ist, kann Wasser nicht zwischen die Schichten eindringen.

  2. Gewicht und Volumen: Laminate sind in der Regel leichter und weniger voluminös als Z-Liner-Konstruktionen, da sie weniger Materialschichten erfordern.

  3. Schnellere Trocknungszeit: Das Aussenmaterial nimmt weniger Wasser auf, was bedeutet, dass die Bekleidung schneller trocknet und weniger an Gewicht zunimmt, wenn sie nass wird.

  4. Atmungsaktivität: Die Atmungsaktivität bleibt erhalten, da die Membran direkt integriert ist und nicht durch eine zusätzliche Lage behindert wird.

Nachteile Laminat-Prinzip

  1. Kosten: Laminat-Konstruktionen sind in der Regel teurer in der Herstellung und Anschaffung als Z-Liner-Konstruktionen.

  2. Reparatur: Bei Beschädigung des Aussenmaterials kann die Membran direkt betroffen sein, was die Reparatur schwieriger und kostspieliger macht. HÄRTETEST DER ÖSTERREICHISCHEN KOLLEGEN






FAZIT

Wie sich die Verwendung des Laminat-Prinzips der Held Atacama auf einer Reise von der Schweiz nach Tibet bewährt, die sowohl Wüsten- als auch extremstes Hochgebirgsklima umfasst, wird sich zeigen. Eine herausnehmbare Membran (Z-Liner-Prinzip) wäre unbesehen tatsächlich ein grosser Vorteil bei derartigen Extremen zwischen Hitze und Kälte. Die Flexibilität des Zwiebelschalenprinzips bei der - wohlgemerkt - eine herausnehmbare Membran Teil der Schichten eines Z-Liners ist, wäre für mich die Empfehlung für den Einsatz bei grosser Hitze und für die Tour nach Tibet. Unvermeidbar jedoch: Beim Z-Liner wird das Aussenmaterial bei Niederschlägen im kalten Hochgebirge durchnässt, und das ist ein Problem, selbst wenn die Membran darunter wasserdicht ist. Dies kann auf über 4000 Metern Seehöhe zum gefährlichen Auskühlen des Motorradpiloten führen, da die nasse äussere Schicht Verdunstungskälte im Fahrtwind verursacht.



Verdunstungskälte ist ein bedeutendes Problem jeder Motorradbekleidung mit Z-Liner-Konstruktion.


Wenn Wasser verdunstet, verlassen die Moleküle die Oberfläche des flüssigen Wassers und bewegen sich als Gas (Wasserdampf) in die umgebende Luft. Dieser Übergang erfordert Energie, die als latente Verdampfungswärme bezeichnet wird. Diese Energie wird der umgebenden Umgebung entzogen - also der Körperwärme des Motorradpiloten.



Laminat-Prinzip: Bauartbedingte Nachteile bei grosser Hitze - Vorteile bei wechselhaftem, feuchtkaltem Wetter


Eine x-beliebige Laminat-Kombi auf einer Tour durch die Wüste wäre keinesfalls meine erste Wahl. Nur das ausgeklügelte Belüftungssystem der Held Atacama lässt es mich dennoch wagen, diese Kombi für die Tour München - Lhasa einzusetzen. Die Atacama wird es auf meiner Tour - anders als beim Härtetest der österreichischen Kollegen - voraussischtlich mit Temperaturen über 35 Grad zu tun bekommen. Ein Härtetest der Superlative - man darf also gespannt sein. Am 17.07. geht es los!



LUFTNUMMER
Stelle ich nächstens vor: Den Airbag im Rucksack...



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