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KICKSTART MY LIFE

Updated: Jan 3, 2023

Das Kürzel «XT» wurde zum Symbol einer ganzen Generation, die sich aufmachte, die entferntesten, einsamsten und schönsten Flecken der Welt zu erobern. Ich habe meine alte Yamaha XT 600 nach 23 Jahren Standzeit wieder für's Fernweh erweckt ...



Neulich in der Teeküche: «Mahlzeit. Was darf es denn heute zu trinken sein? Früchte-, Minz- oder sonst ein X-beliebiger Tee?» «X…? Moment – sagten Sie Xtee? Da war doch was… Was war denn da?» «Richtig, XT. Mit «x» fängt’s an, mit «t» hört’s auf… mit «t» wie Ténéré! XT…


Klingelt’s? Das hätte ich fast vergessen. Ist das nicht eins von diesen Dingern, mit denen Yamaha die Paris–Dakar gewonnen hat? Aber ... Hatte ich nicht selbst mit so einer XT, das grösste Motorradabenteuer meines Lebens durchgezogen – die West-Ost-Durchquerung des afrikanischen Kontinents?


Das Kürzel «XT» wurde zum Symbol einer ganzen Generation - meiner Generation - die sich aufmachte, die entferntesten, einsamsten und schönsten Flecken der Welt zu erobern. Sie hinterliess unvergessliche Erinnerungen. Und: Dieses Motorrad ist mit der berühmten Rallye Paris-Dakar verbunden wie kein anderes.



XT 500 - zuerst die Mutter aller Enduros
Der Autor auf XT 500 unterwegs in Ligurien.



Das Erscheinen der XT 500 war 1976 eine Revolution! Sie war es, die Yamaha als innovative Marke etablierte. Zweitens eröffnete die XT neue Marktsegmente: Sie war das erste Motorrad, das sich für Reise und Offroad gleichermassen eignete. Die Enduro war geboren. Ihr Nachfolger, die XT 550, war der 500er zu ähnlich, und die Käufergunst blieb weiterhin auf die alte fixiert. Es musste ein neues Konzept her: Mehr Hubraum, mehr Federweg, mehr Power.



Meine 600er Baureihe 43 F

Voila: 1983 erscheint die erste XT 600 – die Baureihe 43 F. Meine reanimierte 600er gehört zu dieser Generation. Die "Normalversion" der Ur-Ténéré erschien erstmals ab 1984. Sie war die erste XT 600 - aber halt mit kleinem Tank. In Sachen Fernwehtauglichkeit und -image, fristete sie eher ein Mauerblümchen-Dasein. Aber da konnte man ja Dank des 33-Liter Spritfasses von Acerbis Abhilfe schaffen.

Einfach frech die Pyramiden umrundet: Dieses Yamaha-Motorrad erzählt mir tausende solcher Geschichten ...


Die XT 500 Nachfolger, meine reinkarnierte XT600, die TT600 und die XT600 Ténéré, schrieben selbstredend auch Motorrad-Geschichte. Mit den ’86er- und ’87er- Modellen wollte Yamaha eines drauf setzen, was leider wegen der grossen Motor-Probleme, die dem Ténéré-Ruf sehr schadeten, nicht gelang. 1988 kam dann eine verbesserte Version, aber man merkte auch schon den Rotstift der Kaufleute. Die XTZ 660 Ténéré nahm man nicht mehr wahr.


I kickstart my Life

Auch mein Gedächtnisschwund in Sachen «Yamaha XT 600» war umfassend. Fast 23 lange Jahre gab es über meine XT nichts zu berichten, ausser, dass sie in einer dunklen Ecke der Garage vor sich hin moderte. Nun kommt wieder Leben in die Bude. Ich bin erstaunt, dass das Motorrad nach so langem Stillstand und überschaubarer Reaktivierungsarbeit bis jetzt wieder ohne Probleme läuft. Es gibt aber noch eine Bug-Liste.

"Kickstart your Adventure" statt wie bei den heutigen fahrenden Computerservern tausend Knöpfchen drücken.


I'll be back ...

Nun wartet sie auf neue Abenteuer, denn ich habe vor, sie als Reisemaschine fürs Grobe wieder vollumfänglich zu nutzen. Sei es auf den Schotterpisten des Balkans, der Seeealpen oder auf Saharaetappen… I'll be back.

Zurück zur Essenz des Motorradabenteuers: Die Fernwehtauglichkeit der alten Pisten-Lady ist ungebrochen.


Das anstrengende Fernreise-Abenteuer ist out, Fast Food und markengebundene «Eventkultur» angesagt. 1979 konnte man noch mit den 32 PS einer XT500 und ohne Salto rückwärts berühmt werden – oder gemütlich ganz Afrika durchqueren. Und wir – die Generation XT – haben nicht nur davon geredet, wir haben’s gemacht.


Wir sind nicht nur auf Crosspisten herum geheizt, wir haben unsere Motorräder benutzt – täglich. Auf dem Weg zur Arbeit genauso wie auf der Fernreise durch die Sahara: 33-Liter-Spritfass drauf, ab ging’s: Algerien, Niger, Tschad, Zaire, Kamerun – kein Ziel zuweit. Fremde Kulturen haben uns interessiert. Statt im Hilton wurde im Urwald übernachtet oder in den Savannen Ostafrikas bei Löwengebrüll gezeltet.


Kernige XT-Vibrationen statt Easy-Jet oder reisen per VR-Brille, das war unsere Eventkultur.Wer wissen will, wie die Welt schmeckt, muss sie erkriechen. Wir sind weiss Gott oft genug auf der Schnörre unsanft im Sand eingeschlagen. Ja, Leute, das Leben ist lebensgefährlich. Aber so ist es doch… das Leben!


Hier geht's zu einer spannenden Reise meiner XT:





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