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WAHLGANG

Updated: Jun 3

Welches ist das richtige Motorrad für eine E❌tremreise? Aprilia Tuareg, BMW F 900 GS, KTM 890 Adventure R oder Yamaha Ténéré 700?


Zürich - Bangkok. Als ich mich entschliesse, diese Tour in Angriff zu nehmen, stellt sich als erstes die Frage "mit welchem Motorrad"?



Nun, würde ich privat reisen und nicht als Tourguide, würde ich tatsächlich meine alte XT 600 nehmen. Da ich die Distanz bis Tibet jedoch mit 18 zahlenden Kunden zurücklegen werde, ist die 40 Jahre alte XT keine Option. Zwar ist diese von jedem Dorfschmied dank einfachster Technik zu reparieren, aber wehe, du bist Guide, startest mit einem alten Motorrad - egal wie gut in Schuss - und hast unterwegs einen Defekt. Die Kritik liesse nicht auf sich warten: Wie konntest Du nur mit so einem alten Bock starten?

Link: Lieber ein neues oder ein altes Motorrad für die Abenteuer- oder Weltreise?



Und darum fällt auch meine penibel gewartete und gepflegte BMW HP2 Enduro für diese Aufgabe aus. Das Moto funktioniert tadellos, hat aber bereits 124 000 Kilometer auf der Uhr. Es führt kein Weg daran vorbei - es muss eine neue Maschine her.



 
Die Empfehlungen des Reiseveranstalters: Motorräder zwischen 650 und 850 Kubik sind für die Reise ausreichend motorisiert.

Motorradwahl: München - Lhasa: Die Empfehlungen des Reiseveranstaters: Motorräder zwischen 650 und 850 Kubik sind für die Reise ausreichend motorisiert. Zudem haben diese den Vorteil, dass sie wendiger und auf Pisten und schlechten Straßen leichter zu handhaben sind als ihre größeren Artgenossen. Die Obergrenze in Hinsicht auf Leistung sollte bei 1250cc liegen. Wir empfehlen Motorräder, die für Abenteuerreisen entwickelt wurden, für diese Reise einzusetzen. Dazu zählen insbesondere Motorräder der BMW GS-Reihe (ab 700/750 GS) oder von anderen Herstellern wie KTM/Honda (Africa Twin) oder Triumph Tiger. Bei der Wahl des Motorrades ist insbesondere darauf zu achten, dass es sich bei den Felgen um Speichenfelgen handelt. Diese halten größeren Belastungen stand als z.B. Gussfelgen, insbesondere auf Pisten mit Schlaglöchern.

 

Weniger ist also mehr ...

Doch welches aktuelle Mittelklasse-Modell im Reiseenduro-Segment wird meine Wahl? Aprilia Tuareg, BMW F, KTM Adventure, Yamaha Ténéré? Alle drei Mittelklasse-Reiseenduros sind nicht nur extrem geländegängig, sondern auch sehr leicht zu fahren. Die Yamaha ist ein analoges Meisterstück – simpel, effizient, unkompliziert. Damit ist sie die erste Wahl für Puristen und Fernreise-Enthusiasten. Die Yamaha Ténéré 700 verfügt nur über eine Minimalausstattung an elektronischen Helferlein. Wählbare Motormodi? Fehlanzeige. Traktionskontrolle? Ebenso. E-Fahrwerk? Ist nicht. Aber ist das überhaupt ein Nachteil? Je mehr davon drin ist, desto anfälliger die Technik und das kann bei Extremtouren das frühzeitige Ende der Reise bedeuten. Ausserdem: Mehr Technik kostet – und noch etwas summiert sich auf: Die Kilos.


Bereits 2019 in meinem erfolgreichsten Youtube-Beitrag...

... hat sie mich überzeugt. Nun hab ich mir die Yamaha als World-Raid-Version zugelegt:



Aber keine Frage, Bits und Bytes sind auf dem Vormarsch. Im Alltagsbetrieb machen intervenierende Assistenzsysteme das Fahren sicherer, einfacher und entspannter. Ein Argument für die BMW oder die KTM. In Sachen maximaler Fun zum minimalen Preis ist das Ténéré-Konzept aber für mich nicht zu schlagen. Weil es für mich primär um die Fernreise-Eignung geht. Da ich tatsächlich privat auch mal gerne in den abgelegendsten Gebieten Afrikas unterwegs bin, ist die Ténéré meine persönliche Wahl für die anstehende Reise nach Bangkok. Denn die neue Ténéré wurde anders als die Mitbewerber ganz bewusst auf das Wesentliche reduziert: Ein abschaltbares ABS, keine Motormodi, kein Quickshifter, Bowdenzüge statt Drive-by-Wire, Crossplane statt Traktionskontrolle …



Meine neue Ténéré

Kurzzusammenfassung der ersten 100 Kilometer: Unglaublich, wie agil sich die neue Ténéré in Schräglage abkippen lässt. Und trotzdem kein Zappeln, keine Nervosität. Man trifft die Ideallinie mit schlafwandlerischer Sicherheit – auch alles weitere ist Entspannung pur: Die Yamaha zieht sogar in heftiger Schräglage stoisch ihre vorgescannte Bahn, ohne schaukelig zu werden. Selbst wer vor einer Kehre hart einbremst, muss sich nicht über eine abgrundtief tauchende Front ärgern. Gut, die Nickbewegungen sind grösser als beim reinen Strassentöff, aber die Ténéré verhält sich dennoch sogar beim Einbremsen in Schräglage überaus gutmütig. Das Rallye-Windschild macht seinen Job nicht völlig verwirbelungsfrei, aber es schützt gut vor Wind und Wetter. Und das Ergonomie-Setup passt für die Serpentinenhatz wie angegossen, der Kniewinkel ist nicht zu spitz ausgefallen … das freut den Langstreckenfahrer wie damals bei der ersten Ténéré.

010_Fahrbericht-Yamaha-Tenere-1[1]
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Der Reihenzweizylinder entpuppt sich trotz seines linearen Drehmomentverlaufs keineswegs als Spassbremse. Im Gegenteil: Der Crossplane-Sound mit der versetzten Zündfolge ist Musik in den Ohren. Mit 75 PS Spitzenleistung und gut nutzbarer Power - ein feiner, vollkommen ausreichender Landstrassenmotor. Die Yamaha Tenere 700 reisst einem also beim Beschleunigen nicht gleich die Arme ab, liefert aber stets genügend und hervorragend kontrollierbares Drehmoment. Es gibt nur ein einziges Motor-Mapping. Kein Problem, es funktioniert ja. Auch eine Traktionskontrolle ist Fehlanzeige, aber durchaus entbehrlich.


Das Moto ist gekauft - Nun geht es um die Auf- / Ausrüstung

Was ich mich im Moment frage: Ist ein Topcase sinnvoll? Ich werde eine Gepäckrolle mit den Sachen für die Aufenthalte im Hotel präparieren. Diese lässt sich leicht abnehmen … In Sachen Navigation bin ich noch nicht soweit. Auf jeden Fall mit dabei wird ein Garmin GPSMap 276CX sein. Ich weiss, das ist oldscool, aber wennn man schon eine MicroSD mit einer Topokarte Seidenstrasse besitzt... Welche Motokombi, welchen Helm soll ich wählen? Fragen über Fragen.


... to be continued

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